Versonnen
 
Versonnen nehmen sie die
edlen Haltungen
der großen Sphinxe ein,
die ausgestreckt
in tiefen Einsamkeiten ruhen
und zu entschlummern
scheinen
in endlosem Traum


Charles Baudelaire

1821-1867

♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥

Die Katze

Komm, schöne Katze, und schmiege dich still

An mein Herz, halt zurück deine Kralle.

In dein Auge ich träumend versinken will,

Drin Achat sich verschmolz dem Metalle.

Wenn meine Hand liebkosend und leicht

Deinen Kopf und den schmiegsamen Rücken,

Das knisternde Fell dir tastend umstreicht

Sanft, doch berauscht vor Entzücken,

Dann seh' ich sie. Und ihres Blickes Strahl

Er scheint dem deinen, schönes Tier, zu gleichen,

Ist tief und kalt, scharf wie geschliffner Stahl,

Und feine Düfte fühl' ich zitternd streichen,

Gefährlich süßen Hauch, der gluterfüllt

Den braunen Leib von Kopf zu Fuß umhüllt.

Charles Baudelaire

1821-1867

* ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥ * ♥

Geliebte Katze

Du liebst doch Deine Mieterin, die Maus,
Obwohl sie Unheil schafft im Haus.
Du liebst aber auch die "böse" Katze,
Die Todfeindin von Maus und Ratze.
Sie folgt ja nur dem Gesetz ihrer Art,
Und Triebe sind weder blind noch zart.

Sieh nur, wie sie voll Anmut schleicht
auf samtnen Pfoten, leis und weich.
Und ihr Schnurrn am winterlichen Feuer
Ist tröstlich wie der Klang der Leier.


William Wordsworth

1770-1850


Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!